Geschichte



1912 erstmals elektrisches Licht in Jenins.
A. Johanni entschloss sich für sein Haus eine kleine elektrische Lichtanlage
anzuschaffen und an sein Wasserwerklein anzuschliessen. Und alsbald erstrahlte auch in
Jenins das elektrische Licht. (Leistung 10 - 11 PS)

Da nur 30 Haushalte bereit waren elektrischen Strom einzuführen, richtete man ein Provisorium an der Sägeturbine ein.

Die Säge am Dorfbach In der Mauer unten links ist noch die Öffnung sichtbar, aus der das genutzte Wasser abfliesst

Legende zum Dorfbach:
Der Dorfbach war die Lebensader, er trieb das Kleinkraftwerk. Dieses nutzte die Wasserkraft vom Schlossgut bis ins Maschinenhaus bei der Säge mit einem Gefälle von rund 300 Höhenmetern.
Zuoberst am Heuberg leitete man sein Wasser vom Alpbach ab. Der künstlich geschaffene Wasserlauf ist im oberen Teil heute noch gut feststellbar. So entstanden an seinem Laufe sieben Wasserräder.

Im Laufe der Zeit wollten immer mehr Leute in Jenins elektrischen Strom daher wurde entschieden das Kraftwerk auszubauen. Einen Monat vor dem ersten Weltkrieg war Baubeginn.
Diese wurde forciert, damit die Bevölkerung auf den heranrückenden Winter elektrischen Strom benutzen konnte.

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Offenbar gab es nach der Inbetriebnahme des Werkes Wasserprobleme, denn im Februar
1915 wurde protokolliert, dass jeden Abend um ca. 19 Uhr die Versorgung der elektrischen Beleuchtung eingestellt wurden musste, weil zuwenig Wasser vorhanden war.

Das Maschinenhaus aus dem Jahre 1914, das 1933 und 1972 erweitert wurde

Da mehrmals Probleme im Bezug auf die Wassermenge auftrat, wurde in Betracht gezogen ein neues Reservoir und leistungsstärkere Maschinen anzuschaffen.
Wassermessungen ergaben, dass sich eine Druckleitung vom Heuberg zum Schlossgut für ein Staffelwerk lohnen würde. Bis im Mai 1933 war das Hochreservoir Heuberg, sowie die Anschaffung einer Maschinengruppe mit 200PS und die Erweiterung des Maschinenhauses ausgeführt und genehmigt worden, (Generator umschaltbar von 3 x 250/145 auf 3 x 380/220 Volt Turbine 77 bar).

Zu beginn der 50er Jahre stieg überall der Stromverbrauch enorm an.
Infolge Wasser- und Strommangel wurde verfügt, dass alle Heizöfen, Rechauds, Strahler und Kochapparate auf der Gemeindekanzlei abzugeben waren, zum Teil wurden sie blombiert.

1957/58 unter dem Namen Netzumbau begann die Umstellung von 3 x 250/145 Volt auf die Normalspannung von 3 x 380/220 Volt. Die Einführung der Elektrizitätszähler fand in der gleichen Zeitspanne statt. Eine weitere Installation war die Inbetriebnahme einer Rundsteuerung mit 5 Kommandos zur Aufgabe von Hoch- und Niedertarif.

1963 infolge dauerhafter Wasserknappheit konnte der Betrieb nicht sichergestellt werden, denn es führte immer wieder zu Unterbrüchen. Deshalb musste zwangsläufig eine Notstromgruppe mit 200 kVA, 250 PS, Dieselmotor angeschafft werden.

1969 erfolgte ein weiterer Ausbau, eine Trafostation im Erplon.

1970 genehmigte die Gemeindeversammlung den Zusammenschluss mit den Bündner Kraftwerken Klosters.

1977 wurde im Gebiet Plok die neue Trafostation in Betrieb genommen.

1993 musste als Folge der steigenden Entwicklung der Gemeinde den Aufbau einer Gewerbezone und den Neubau einer Trafostation ins Auge gefasst werden. Mit dem Gedanken, einen EW Neubau in diesem Gebiet zu realisieren, um den Wasserdruck noch besser zu nutzen.

1997 begannen die Bauarbeiten für die neuen Anlagen Caspus und Industrie, die Ende November in Betrieb genommen werden konnten. Es produziert vier mal so viel Energie wie das alte Werk.
Der Naturverträglichkeit wurde bei der Projektierung des neuen Kraftwerkes ein besonderer Stellenwert eingeräumt.
So hat die Gemeinde nicht nur die Rodungen für die neue Druckleitung auf ein Minimum beschränkt, sondern auch auf die Erneuerung der Fassung im Flachmoor Obersäss verzichtet. Ebenso bleibt der natürliche Wasshaushalt in den Weihern Siechenstuden unbeeinträchtigt.



Heute - nahezu ein Jahrhundert ist also vergangen, seit sich die Gemeindevorstände mit der Einführung der Stromversorgung in Jenins befassten. Viel Einsatz war nötig, um vom einfachen Werk in der Cacarola zum heutigen modernen Elektritzitätswerk Caspus und Industrie zu kommen, das nun rund 80%, in den Monaten April bis August sogar 100 % des Eigenbedarfs deckt.